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Ja, lang lang ist's her, dass ich euch mal aktuell auf dem Laufenden gehalten habe, was ich auf der momentan kalt-feuchten Insel so mache. Kurz nach meiner Rückkehr, am 9.1., bin ich mit Claire und Morgane in das nahe Omagh liegende Kaff Gortin gefahren und wir sind mitten im winter wonderland wandern gegangen. Meine wollige Unterwäsche und die zwei- oder dreistündige Wanderung haben dafür gesorgt, dass ich gar nicht gefroren habe - obwohl es natürlich arschkalt aussieht. Jetzt gerade liegt übrigens **mal wieder** ein bisschen Schnee, obwohl es über Null Grad ist. Aber bei euch in Deutschland ist es ja noch schlimmer. Ich hab jedenfalls die Nase voll vom Schnee und der **hier sehr feuchten** Kälte! In der Woche danach war ich (mal wieder) in Enniskillen, wo unter anderem mein Landsmann Denis seinen Geburtstag nachfeierte. Das letzte Wochenende war dann angesichts eines deprimierend nebligen Wetters ein regelrechtes Videowochenende hier in der George Street 1. Gaetan hatte aus der Omagh Academy einen Beamer ausgeliehen (hier lacht sich jeder kaputt, dem ich erzähle, dass wir einen "projector" in D "beamer" nennen... Ist so lustig wie "handy" =): Freitags als Eröffnungsfilm THE DARK KNIGHT **ja, ich habe meinen Lieblingsfilm durchgesetzt, und da sich über Geschmack ja nicht streiten lässt, bzw. da manche Leute die epische Story des selbstaufopfernden Nicht-Helden und die Grauzonen des Films nicht verstehen , fanden den Film nicht alle super, aber die meisten schon.** Whatever... Im Laufe des eher immobilen Wochenendes haben wir uns dann noch THE ILLUSIONIST **saucool!**, CLOSER **überraschend gut und witzig**, ROBIN HOOD: MEN IN TIGHTS **Trash! Aber lustig!** und ANGELA'S ASHES **nicht so gut wie das Buch** reingepfiffen - hui!

** Hier unten sind die Bilder von "Gortin... ein Wintermärchen". Um die Fotos größer zu sehen: Einfach anklicken! **















**Bild oben: Zu sehen sind wir Filmfreaks und auf dem Kamin ist der "Beamer", ähhh "Projektor".**

Letzte Woche war die Woche der "open nights" in zwei meiner Schulen, die hier viel wichtiger gehandelt werden als die Tage der offenen Tür in Deutschland. Hier stehen die Schulen viel mehr in Konkurrenz und jede Abteilung macht irgendwas Anschauliches für die Eltern/zukünftigen Schüler, was sie beeindrucken soll. In der Omagh Academy am Dienstag hab ich dann mit Noemi und Gaetan für die Fremdsprachenabteilung Crepes und Käse aufgetischt, diverse Schüler hatten ein deutsches Lied immer und immer wieder gesungen (weil die Eltern in verschiedenen Gruppen in Intervallen von einigen MInuten durch die Schule getrieben werden, sodass im modern language department sieben Durchgänge gestartet wurden - und Crepes war sehr sehr beliebt!). Dass durch solche tollen Aktionen der Eindruck entstehen könnte, im Französischunterricht wird nur Crepes gefuttert anstatt harter Grammatik und viele Vokabeln gepaukt, scheint niemandem den Hunger zu verderben. Ich habe mit der Lehrerin, die mich immer Dienstags mit nach Enniskillen fährt, gesprochen und wir waren uns einig: Open nights suck! **hat sie nicht wörtlich so gesagt!** Denn man tut dort Dinge, die so im Unterricht nicht gemacht werden und es wird kein realistisches Bild vom Schulalltag gegeben. Mumpitz! Aber wie auch immer, ich will ja nicht der deutsche Alleskritisierer sein...
In Strabane habe ich mit hoch motivierten year8-Schülern (5. Klasse) einen Stuhlkreis gemacht und einige basale Dinge gefragt wie "Hast du ein Haustier?" "Hast du Geschwister?" "Was ist dein Lieblingsfach" und die Eltern haben danach applaudiert. Hinterher hat sich aber niemand getraut oder war interessiert, mich anzusprechen - die meisten wussten gar nicht, dass ich Deutscher bin, sondern dachten, ich sei Student oder so. Naja, der Witz an der Sache war, dass meine Lehrerin auch nicht so scharf auf dieses open night Gedöns war, aber trotzdem große Angst hatte, dass wir uns blamieren. Also habe ich das ganze Zeug vorher gefühlte 2912x mit den kids eingeübt, sodass jeder der sieben Schüler wusste, welche Frage ich ihm stelle. Egal, lief super, und die kids waren anfangs richtig süß aufgeregt und wurden immer professioneller. Und nach diesem open-night-unsere-Schule-ist-die-beste-Humbug bin ich mit Kollegin Hélène und ihrem Vermieter (einem Biolehrer in Strabane Grammar) in den gemütlichsten Pub Strabanes gegangen **vgl. den älteren Eintrag 'Training Day', da gibt's Innenansichten des Pubs The Farmers Home** und ich hab mir 3 Guinness gegönnt. Nur nach dem Zirkeltraining schmeckt's besser!!
Ach ja: ich mache mit Gaetan beim Gaelic Football Training mit. Das wird aber ein eigener kleiner Beitrag, da schreib ich später mal näheres zu. Nur so viel: Ich war jetzt ein paar Mal da, und ich habe bisher noch kaum mit dem Ball gespielt, sondern wurde in dem härtesten Zirkeltraining EVER mit Gewichten, Boxhandschuhen, Medizinbällen und diversen anderen Folterinstrumenten und einem ganz erstaunlichen esprit de chor bzw. Bootcamp-Geschrei **Keep it goin' lads! EASY, lads! Keep it goin' Omagh! Good stuff, boys!** an meine Grenzen getrieben. Vor dem Training dominiert immer die ANGST, ohne scheiß! Nach absolviertem Training fühle ich mich aber wie 'Der König der Welt' und die zwei Tage danach hab ich am halben Körper Muskelkater =) Good stuff!?!

Vergangenes Wochenende habe ich mich dann im Gegensatz zum letzten We wieder ins Freie gewagt. Zuerst war ich Samstag Mittag/Nachmittag mit Hélène im Tower Museum in Derry (Derry ist nicht weit von Strabane entfernt), was sehr interessant, aber auch sehr anstrengend war. Museen bieten ja immer so viel, dass man irgendwann nicht mehr kann.

Samstag war ich in Derry und bin mit drei Kollegen in den Süden nach County Donegal gefahren, also auf republikanischen Boden, in den Glenveagh National Park. Wir hatten Glück mit dem Wetter - es gab nur ein bisschen Schnee. Und die Aussicht hat sich echt gelohnt. Die Reise dahin war allerdings etwas schwierig: Kurz hinter der Landesgrenze mussten wir schon auf eine Nebenstraße ausweichen, weil die Hauptstraße wegen eines Unfalls gesperrt war. Unsere Karre hatte natürlich keine Winterreifen, weil NIEMAND auf der Insel sowas für die **normalerweise** paar Tage Schnee im Jahr hat und so kamen wir trotz extrem vorsichtiger Fahrt mindestens einmal ins Rutschen. Der Rückweg verlief aber wieder auf der Hauptstraße, alles klar!



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** Also, ganz oben seht ihr Spanier, Deutsche und einen Schweizer Eidgenossen in Derry. Mit Brigitte, Craig und Alina bin ich dann in den Glenveagh National Park in Donegal gefahren und meine Fresse - es hat sich wirklich gelohnt. Wie sich die Landschaft im stillen Wasser gespiegelt hat, ist nur der Hammer!! **

Okay, alles wieder up to date? Was soll ich übrigens noch über die Arbeit schreiben, die ja auch nicht gerade unspannend ist?

Vielleicht nur mal die "Knaller des Monats":
- Letztens in St. Michael's (kath. Schule in Enniskillen, County Fermanagh, nah an der Grenze zur Republik, nur zur Erinnerung und Erläuterung für das Kommende=) : Mit year 13 Schülern (Alter ca. 17?) spreche ich über die Wehrpflicht in Deutschland und versuche sie didaktisch klug (?) da abzuholen, wo sie stehen und sage: "Die meisten Länder in Europa haben keine Wehrpflicht mehr. Hier im United Kingdom zum Beispiel...." Und dann höre ich ein pikiertes "Uuuuuuuuuuuuuu, Benji....", also ein "Ups-Fettnäpfchen-Seufzen" oder wie man es nennen soll. Ein besonders witziger Schüler: "Benji, are you an Orangeman?" (Bist du ein Oranier?). Und ich verbessere mich, wissend, dass ich eigentlich Recht habe: "Okay, sagen wir IRLAND". Der Schüler in mittelprächtigem Deutsch "Jaja, Frei-Irland!". WIr hatten alle unseren Spaß und es war nur halber Ernst, aber an einer protestantischen Schule wäre mir das so halt nicht passiert.

- Letztens in Strabane Grammar. Ich bin allein mit zwei year 12 SchülerINNEN in meinem Raum (was von vielen überempfindlichen Lehrerin absolut nicht empfohlen wird, wegen child protection, falschen Anschuldigungen und so weiter, aber meine Lehrerin vetraut mir irgendwie). Ich sage nur so beiläufig: "Wusstet ihr, dass eure Lehrerin heute Geburtstag hatte?"
Schülerinnen: "Echt? Wie alt ist sie denn?"
Ich: "Keine Ahnung, sowas frag ich nicht."
Schülerinnen: "Wie alt bist du eigentlich?"
Ich: "25"
Schülerinnen: "Waaaas? Wir dachten du seist 18 oder so!" Ich **schockiert, in meiner Ehre verletzt und doch etwas geschmeichelt und innerlich rot angelaufen**: "Wie bitte?"
S: "Gehst du abends in Strabane aus?"
Ich **etwas beunruhigt, dass das Gespräch sich gar nicht mehr um Unterricht handelt und in Sachen child protection bedenklich verläuft** : "Ne, nicht in Strabane. In Omagh auch nicht so viel."
S: "Ou, du musst mal in Strabane ausgehen"
Ich: "Ja klar, und dann euch und alle meine Schüler sehen. Ne ne... Und wir sind jetzt übrigens sehr weit vom Thema abgekommen...! "
Aber zum Glück habe ich ja Freunde und Verwandte, wie z.B. den Freund meiner Schwester oder meinen Mitbewohner Gaetan, die mich nicht für 18 halten... sondern zwischen 12 und 13 einordnen würden... Tausend Dank! 

- Gespräch dreier Schüler in der Omagh Academy (urspr. protestantische Schule), die mit mir eine Konversationsübung machten, Year 11. Ich habe mich gerade ein wenig über den nordirischen Dialekt lustig gemacht, da sagt
Mädchen : "Yes, we Irish speak different."  
Junge 1: "You are not Irish. You are English!" 
Junge 2 **der nett, aber sehr faul ist und kein Wort Deutsch versteht, wenn ich mit ihm rede, aber auf einmal aufwacht und entrüstet ruft**: "What?!?! You are NORTHERN Irish or maybe British."  
Mädchen: "I would like to be Irish. Meaning catholic and Irish. That would be cool." 
Junge 2: "Whaaaat??"
Ich fand diesen Dialog so stark! All die Konfusion über Identitäten in Nordirland und die Kids von heute - die all die Gewalt der Vergangenheit zum Glück nur noch aus Erzählungen und dem Geshcichtsunterricht kennen - sind völlig überfordert mit den Identifikationsangeboten, die ihnen die alten Generationen mit ihren Kriegen und Konflikten hinterlassen hat. Und das weltweit positive "irische Image" setzt sich sogar bei dem protestantischen Mädchen durch =)

Okay, ich meld mich dann mald nochmal. Mitte Februar habe ich ein paar Tage frei, mid term break. Ich fliege nach "Frei-Irland", nach Cork. Vorher meld ich mich natürlich nochmal hier oder auf anderem Wege.
Bis bald!
Euer Benny

**Dieser Artikel lag Ewigkeiten auf livejournal brach, geschrieben hab ich ihn um den 12. Oktober...**
Hier folgt nun der zweite Teil der Geschichte von Nordirland, einer Gesellschaft in Europa, in der zwei Bevölkerungsteile mit zwei konträren Identitäten versuchen zusammen zu leben - wobei Extremisten auf beiden Seiten bis heute denken, dass Konfrontation, Mordanschläge und Rohrbomben eine Lösung darstellen. Es empfiehlt sich vielleicht, noch einmal einen kurzen Blick auf Exkurs II unten zu werfen, der erklärt, wie die Briten überhaupt auf die Insel kamen, wie es zum Konstrukt "Nordirland" kam und wie die Unionisten entstanden sind.

Vorweg: Ich wollte diesen Artikel schon ganz lange schreiben - unter dem Eindruck der Wichtigkeit der Geschichte der Troubles und dem bewegenden Film "Bloody Sunday". Erst gestern habe ich es geschafft **in letzter Sekunde, bevor ich vorerst nach Deutschland zurück komme**, mir Derry genauer anzusehen - speziell die katholische Bogside, in der das "Free Derry Museum" steht, das den Kampf der Arbeiter von Derry für Gleichberechtigung und das Massaker der britischen Armee an unbewaffneten Zivilisten dokumentiert. Da ich einen Guide hatte, der aus der Bogside stammt, Augenzeuge des Bloody Sunday war, für Aktivitäten (nach denen ich nicht weiter gefragt habe) drei Jahre im Gefängnis gesessen hat und heute **selbstverständlich** Sinn Féin-Politiker ist und die republikanische Sache mit demokratischen Mitteln verteidigt, konnte ich mein Bücherwissen mit seiner (wie er selbst eingestand und von Anfang an klar machte) subjektiven und anti-britischen Sicht der Dinge anreichern. Es war hoch interessant und da ich diesen wertvollen Guide für mich alleine hatte **nur 5 Pfund für Museum und Tour - welcome to Northern Ireland!!!**, konnte ich sogar frei mit ihm diskutieren. Dazu werde ich einen eigenen kleinen "Free Derry"-Blog schreiben, denke ich.



**Das "Free Derry-Monument", Markenzeichen des katholischen Arbeiterviertels Bogside in Londonderry und Schauplatz vieler Straßenschlachten in den 1960ern und 70ern und des Bloody Sunday.**

Zurück zur Geschichtsstunde, liebe Kinder, ohne die viele der Ausführungen meines Guides gar nicht zu verstehen sind **Wie zum Beispiel die: "Ich wünsche Maggi Thatcher einen langsamen und schmerzvollen Tod!"**:   
Als Nordirland als Kompromiss nach dem Unabhängigkeitskrieg ("Free State" im Süden vs. Großbritannien) 1921 entstand und der irische Bruderkrieg 1923 mit dem Sieg der Free-State-Regierung gegen die Gegner der Teilung endete, spaltete sich die IRA. Der Teil der IRA, der sich gegen den Verbleib Nordirlands im Königreich wehrte, wurde nun von britischer als auch von irischer Seite geächtet. Während die Mehrheit der Irisch-Republikanischen Armee im Free State/im Süden selbstverständlich den Grundstock der regulären Armee des neuen Staates bildete, war der abgespaltene Teil der IRA, der den Kompromiss (also den vorläufigen Verzicht des Free State auf den protestantisch dominierten Norden) nicht akzeptierte, aus Sicht beider Regierungen Terroristen.
Die protestantisch-loyalistische 2/3-Mehrheit Nordirlands war nach der Einberufung des nordirischen Parlaments 1921 nicht bereit, auch nur ein Zugeständnis in der Sicherheitspolitik oder in Wirtschaft und Gesellschaft an die katholische Minderheit zu machen, die in ihrer Wahrnehmung eine Gefahr für den Bestand der Union mit GB darstellte. In der Tat war der neue Staat im Süden darum bemüht, durch eine Gälisierungs- (alle Straßenschilder in der Republik Irland sind auch heute zweisprachig: Englisch-Gälisch/Irisch) und Katholisierungspolitik eine eigene Identität in Absetzung zum Norden zu gewinnen und die Frage nach der Einheit der Insel offen zu halten - sodass die Angst der Unionisten zum Teil berechtigt schien, wenn auch die Diskriminierung der katholischen 1/3-Minderheit innerhalb der eigenen Grenzen in keinster Weise dadurch gerechtfertigt werden kann.

Die Wirren des anglo-irischen Krieges (1919-21) hatten tiefe Wunden in der kleinen und nachbarschaftlichen nordirischen Gesellschaft geschlagen: Zum Beispiel sind in Belfast Tausende Katholiken von ihren Arbeitsstellen verdrängt oder aus ihren Häusern vertrieben worden ("ethnische Säuberungen"!) - in ganz Nordirland geschah vergleichbares. Auch in (London)Derry kam es zu tödlichen Konfrontationen zwischen Armee, paramilitärischen Unionisten, IRA und Zivilisten **dank dem 1. WK gab es ja geschulte Krieger beider Konfessionen**.
Aufgrund dieser bürgerkriegsähnlichen Zustände um 1920 war das von protestantischen hardcore-Unionisten/Loyalisten regierte, neu gegründete nordirische Gemeinwesen innerhalb des United Kingdom ein Mini-Staat im Ausnahmezustand, in dem das Wahlrecht und die Wahbezirke derart manipuliert wurden, dass die Dominanz der Unionisten ebenso zementiert wurde wie der politische Ausschluss der katholischen Republikaner/Nationalisten. Entgegen der Intentionen Westminsters, die Sicherheitskräfte der "Provinz Ulster" (Perspektive Londons!) paritätisch aus Katholiken und Protestanten zu besetzen, war die Royal Ulster Constably (RUC) zu über 90% protestantisch, die Bürgerrechte angesichts des Dauerausnahmezustandes ein Witz und die wirtschaftlich-politische Dominanz der Protestanten sorgte dafür, dass Arbeit und Eigenheimbesitz über Jahrzehnte Privilegien blieben, die nicht alle Katholiken zu gleichen Teilen wie die Protestanten genießen durften.
Ihr könnt euch denken: Unzufriedenheit, Resignation und Frustration machten sich auf republikanischer Seite breit, was wie in einem Teufelskreis die Wahrnehmung der Unionisten bestärkte, sich auf der Insel in einem Belagerungszustand, umringt von Feinden, zu befinden. Da Katholiken in der Politik machtlos waren, das Primat der Sicherheitspolitik vor der Lösung sozialer Probleme dominierte (und dadurch das unionistische Lager über herkömmliche sozio-politische Grenzmarken wie 'Arbeit vs. Kapital' zusammenschweißte) und die Perspektiven für junge katholische Männer **besonders in Derry** nicht gut waren, gewannen die Extremisten der IRA Zulauf. Terroristische Gewalt ersetzte politische Kommunikation.

Die Zeit von der Staatsgründung bis in die 60er Jahre beschreibt F. Otto als "bleiernde Zeit", in der sich die Unionisten wie in einer "Wagenburg" in Politik und Gesellschaft verschanzten und "die katholisch-nationalistische Minderheit Ulsters bestenfalls den Status von geduldeten Fremden" einnahm.
Bereits in den 30er Jahren kam es zu politisch-konfessionell motivierter Gewalt, seitens der Mitglieder des Oranierordens (vgl. Exkurs II unten) und der IRA. Letztere ging mit Bombenanschlägen und Attentaten gegen Polizisten vor.
Nebenbei gesagt war Nordirland mit seinen Schiffswerften und Flugzeugfabriken in Belfast sowie als Durchgangsstation für US-Truppen auf dem Weg zur Normandie für Großbritannien von großer Bedeutung, weshalb die deutsche Luftwaffe 1941 halb Belfast zerstörte. Aus politischen Gründen, die ich hier aus Platzgründen nicht ausführen will, vertiefte sich der Graben zwischen Unionisten und Republikanern (Protestanten vs. Katholiken, etwas grob vereinfacht!).
In den 60ern formierten sich in Ulster unter dem Eindruck der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung mehrere Organisationen, die sich für eine offene Gesellschaft, gleiche Chancen für alle und echte Demokratie in Ulster einsetzten. 1967 sammelten sie sich unter dem Dach der NICRA: Northern Ireland Civil Rights Association, die mit den undemokratischen Misständen und der Allmacht der Sicherheitskräfte (RUC, Hilfspolizei und britische Armee), die de facto keine Konsequenzen in Kauf nehmen mussten, wenn sie Zivilisten töteten (!!!), aufräumen wollte.
Einiges geriet in den 60ern in Bewegung in Ulster: Die neue Regierung O'Neill wollte die massive Arbeitslosigkeit Ulsters (die die größte im UK war) beheben, indem sie Wachstumsimpulse schuf: Infrastruktur und Bildung. Doch auch hier sorgte die unionistische Dominanz für Verbitterung im republikanischen Lager: Gründete die Regierung die zweite Universität Nordirlands ("University of Ulster") nicht im katholisch dominierten (London)Derry - der größten Stadt nach Belfast - sondern im protestantischen Coleraine. Auch im Wachstumsprozess wurden die Katholiken also benachteiligt **In heutiger Zeit sind sowohl in Coleraine als auch in Derry Teile der University of Ulster**.

O'Neill vermochte die Gräben Nordirlands nicht zu schließen. 1966 - anlässlich des 50sten Jubiläums der Somme-Schlacht - gründete sich die UVF ("Ulster Volunteer Forces", der Name der protestantischen Freiwilligenverbände im 1. WK), die der IRA sogar öffentlich den Krieg erklärte!
Die NICRA wählte jedoch genau den anderen Weg, den die Mörder der IRA und UVF nicht wagten: Sie folgte den Vorbildern Gandhis und Martin Luther Kings, organisierte friedliche Protestmärsche und sorgte für Öffentlichkeit, um politischen Druck auszuüben. Ein Zentrum der Bürgerrechtsbewegung war Derry, in dem sich der durch den U2-Song so berüchtigte "Bloody Sunday" ereignete, zu dem ich später kommen werde.

Startpunkt der sogenannten "Troubles", also der dauerhaften bürgerkriegsähnlichen Zustände in Ulster, ist laut F. Otto der 05.10.1968, bei dem die RUC und andere Sicherheitskräfte brutal gegen friedliche und unbewaffnete Demonstranten in Derry vorgingen, unter denen sich sogar Westminster-Abgeordnete befanden. Als Demonstranten in das katholische Viertel Bogside flüchteten, begannen die Anwohner, sich gegen die 'eindringende' Polizei mit Benzinbomben, Barrikaden und Steinen zu wehren. Dies bescherte der NICRA noch mehr Zulauf und vereinte die Aktivisten unter "One man, one vote" und der Forderung nach der Rücknahme der Notstandsgesetzgebung.
Der Skandal ist nun, dass die Bürgerrechtler in den Augen der Hardliner der Unionisten nicht nur als Provokateure, sondern sogar als terroristische Organisation angesehen wurden. Es ging nun einmal nicht in die Hirne der Hardliner, dass Republikaner dieselben Rechte einfordern wie Unionisten, denn das einzige politische Programm der Unionisten war, die Union mit GB zu erhalten - und die war in Gefahr, wenn das Wahlrecht geändert werden würde und sich die Mehrheitsverhältnisse aufgrund des demographischen Wandels **für Katholiken macht der Storch wohl irgendwie Überstunden** zugunsten der katholisch-republikanischen Seite verschieben sollten...

Die Gewaltspirale drehte sich Anfang 1969 weiter: Durch das Wegsehen der RUC gegenüber wilden Übergriffen der Hilfspolizei (die sog. B-Specials, die heute nicht mehr existieren) und gewaltbereiter Loyalisten geriet ein Protestmarsch von Studenten in Derry außer Kontrolle. Die unangemessene Gewalt der B-Specials bzw. die Parteilichkeit der RUC im katholischen Viertel Bogside ließ das Vertrauen dieses Teils der Bevölkerung in das staatliche Gewaltmonopol **das sich in PROTESTANTISCHER Hand befand!** endgültig schwinden. Zum ersten Mal tauchten Schilder am verbarrikadierten Eingang der Bogside auf, die ein "Free Derry" proklamierten und für die Staatsgewalt zur No-go-Area wurde. Nirgends wurde die Zerrissenheit der Gesellschaft in zwei Lager so manifest wie in Derry, wo die alten Stadtmauern seit dem 17. Jh. Jahrhundert die privilegierte protestantische Innenstadt umschlossen und der Fluss Foyle die Stadt entzwei teilt. O'Neill trat Ende April1969 zurück, nachdem sein eigenes politisches Lager (die Unionisten) immer weniger bereit war, seinem moderaten Kurs zu folgen. Pervers: Loyalistische Fanatiker hatten zuvor eine Reihe von Bombenanschlägen verübt, die für das Werk der IRA gehalten wurden, was O'Neill zu einer Mobilisierung und Aufrüstung der Sicherheitskräfte zwang, was seine Reformpolitik zur Überwindung der Gegensätze in Nordirland torpedierte. Wie immer: Die Extremisten bringen die Eskalation in Gang, die Moderaten werden hinweg gefegt. Die Zweigeteiltheit der Gesellschaft im Schulsystem (noch heute sichtbar, wenn auch nicht mehr 100%ig!), im ungerechten Wahlsystem und in der ungerechten Verteilung der Chancen in der Wirtschaft blieb folglich bestehen. Frust, Wut und Hass stauten sich weiter auf und entluden sich immer mehr in Gewalt.

Der nächste große Akt im Drama der Troubles ist der mehrtägige, sogenannte "Battle of the Bogside" 1969. Die traditionelle Sommerparade der Oranier Derrys führte (zu) nah an der Bogside entlang und wurde von perspektivlosen Jugendlichen mit Steinen beworfen **erinnert in Ansätzen an den Nahen Osten, wie ich finde**. Lokale Verteidigungskomittees von Bürgern der Bogside fürchteten eine "Invasion" von RUC und B-Specials in ihr "Territorium" - in Erinnerung an die letzten Übergriffe der Sicherheitskräfte -, weshalb Barrikaden errichtet wurden. Von den Dächern regnete es Benzinbomben auf die RUC, die sich vom 12.8. bis 14.8. Straßenschlachten mit der Zivilbevölkerung lieferte. Am 14.8. entsandte Westminster die britische Armee nach Derry, da die RUC vollkommen überfordert war und London nicht mehr tatenlos zusehen konnte, wie das Gewaltmonopol in seiner "Provinz" Ulster unterminiert wird.



**Blick von den historischen und komplett erhaltenen Stadtmauern Derrys auf die Bogside. Man betrachte die weiße Häuserwand in der MItte der Straße: Das Free Derry-Monument und entlang der Straße die Wandgemälde, die die blutige Geschichte der Troubles erzählen. Klickt mehrfach auf die Bilder, sie vergrößern sich dann.**

Der Battle of the Bogside hatte die friedliche Bürgerrechtsbewegung geschwächt und die Radikalen beider Seiten gestärkt. Aber das Schlimmste Trauma sollte noch kommen: Am 30.1.1972 wurde ein friedlicher Protestmarsch mehrerer Tausend Bürger in Derry, darunter auch Westminster-Politiker, von einem britischen Elite-Fallschirmjägerregiment zusammengeschossen.  Dreizehn Menschen wurden ohne Not erschossen (ein weiterer Bürger erlag später seinen Verletzungen), zum Teil in den Rücken. Waffen wurden auf Seiten der Demonstranten nie gefunden. Die Soldaten und ihre vorgesetzten wurden nie zur Rechenschaft gezogen - im Gegenteil, sie machten Karriere. Ein neutraler, den Opfern und den Bürgern der Bogside gerecht werdender Untersuchungsbericht lässt nach wie vor auf sich warten! Dieser als "Bloody Sunday" in die Geschichte eingegangene und höchst kontrovers interpretierte "Zwischenfall" führte zum Tod der friedlichen NICRA und markierte für viele Menschen, die zuvor nichts mit der IRA zu tun gehabt hatten, den Wendepunkt in ihrer Biographie: sie wandten sich den Radikalen zu, da sie mit eigenen Augen mit ansehen mussten, dass der Staat (in Form des britischen Militärs, das zuvor noch im Aufflammen der Troubes durch seine Neutralität und die Fähigkeit, die Gewalt beider Lager in Belfast und Derry einzudämmen, geglänzt hatte!) seine eigenen Bürger tötet. Diesen Sündenfall sollten die Bürger der Bogside und alle Iren den Briten niemals vergessen. Gestern **ich schreibe diesen Teil des Blogs gerade am Mo, 01.2.2010** wurde diesem Schlüsselereignis von vor 42 Jahren in einem peace march in der Bogside gedacht - an der Stelle, wo die Schüsse fielen und wo heute Murals an die Geschichte dieses einst konfliktreichen Stadtteils erinnern.    

**Bild 1 unten: Mural zur Erinnerung an den Bloody Sunday 1972. Bild 2 darunter zeigt das originale Transparent der Bürgerrechtler, jetzt ein Exponat im "Free Derry"-Museum. Wer den sehr authentischen und bestürzenden Film "Bloody Sunday" (von Paul Greengrass) gesehen hat, weiß, dass dieses Transparent zur Bedeckung von Leichen benutzt wurde. Es war umso gruseliger für mich, als ich im Museum las, dass das wirklich passiert ist und dass die Blutflecken noch zu sehen sind.
Bild 3 dokumentiert das Versagen der britischen Regierung und Öffentlichkeit, Gerechtigkeit walten zu lassen und eine offizielle, objektive Untersuchung der Ereignisse des Blutsonntag herbeizuführen - wo doch Historiker bereits alle Quellen ausgewertet haben und in ihren Büchern bereits zu Urteilen gekommen sind!**        







Also, dieser Beitrag ist wirklich zu lang, zu viele Details. Ich werde wohl doch noch einen dritten, von den Troubles bis zum peace process schreiben müssen, um zu erklären, warum Nordirland 2010 friedlich ist und eine Regierung aus Unionisten UND Sinn Féin hat!  

Ein paar Dinge schon einmal im Überblick: 
28.3.1972. letzte Parlamentssitzung in Stormont (Belfast), danach übernimmt London die direkte Kontrolle über die "Provinz". Dadurch spielt man den radikalen Republikanern natürlich in die Hände: "Seht", konnten sie dann sagen, "Die Briten sind immer noch die alte Kolonialmacht!"  

Die 70er Jahre waren wohl die gewalttätigsten Jahre der Troubles. Die IRA bekam Zulauf durch den Bloody Sunday und die Übergriffe der RUC und Armee und nicht zuletzt durch das offensichtliche Scheitern aller politischen Lösungen, woran sowohl die Regierungen in London, Belfast, Dublin und die Radikalen beider Gemeinden in Ulster Schuld haben.

Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre steht im Zeichen anhaltender Gewalt der Paramilitärs. Besonders zu erwähnen ist der Hungerstreik von IRA-Häftlingen, die einforderten, als politische Gefangene anerkannt zu werden. Die Wärter bzw. die Regierung Thatcher ließen zehn Häftlinge verhungern - Bobby Sands wird als willensstarker Stratege und Anführer des Hungerstreiks und erster Toter zum Märtyrer der IRA und Sinn Féin, weshalb man sein Gesicht heute auf vielen Wandgemälden (murals) in Nordirland und auf nationalistischen Gedenktafeln sieht. Margeret Thatcher, die sich unnachgiebig in dieser Sache gezeigt hatte, wurde zur Hassfigur der republikanischen Nationalisten. Schaut euch bitte den Film "Hunger" (2008) an: Eindrucksvoll, ekelhaft, realistisch!  

In den 90ern kommt schließlich der Friedensprozess in Gang - trotz oder vielleicht auch wegen anhaltender Gewalt in Form von Bomben in der Londoner City **eine Idee, auf die die IRA erst sehr spät kam. Der verursachte Sachschaden in der FInanzmetropole hat tatsächlich ein größeres Medienecho in England verursacht, als jeder andere Anschlag, auch wenn in anderen Anschlägen mehr Menschen ums Leben kamen! Ach, wie herrlich ist der Mensch...!**. 
Interessant ist, dass Bewegung in den Friedensprozess kam, da sowohl die Dubliner Regierung als auch Westminster Kompromisse hinsichtlich des angestrebten Status Nordirlands machten und die Radikalen in Ulster sich durch ihre rücksichtslose Gewalt langsam selbst delegitimierten.1998 kam dann der Durchbruch, das Karfreitagsabkommen und kurz darauf ließen Betonköpfe der "Real IRA" eine Bombe in meinem geliebten Omagh hochgehen, die 29 Menschen tötete und Hunderte verletzte! Der Frieden konnte dadurch aber nicht aufgehalten werden.   

Momentan teilen sich die politischen Lager die Regierung: shared power. Das heißt, der First Minister ('Premierminister' in Stormont) hat immer einen Deputy First Minister von der anderen Seite. Da die Protestanten in Ulster noch die Bevölkerungsmehrheit stellen und fast jeder entsprechend der Konfessionsgrenzen wählt (Protestanten haben die Wahl zwischen gemäßigten und radikalen Unionisten, Katholiken können Sinn Féin und die moderatere SDLP wählen, alle beide könnten theoretisch eine überkonfessionelle Partei wählen, aber die ist bisher nicht sehr stark!), ist der momentane First Minister vom unionistischen Lager, sein Deputy ist von der Gegenseite, Sinn Féin. Klingt für Deutsche irgendwie verrückt, diese Aufteilung der Regierung, obwohl doch eine Partei gewonnen hat. Das ist aber die einzige Möglichkeit, den Frieden zu sichern. Den Plan, die Macht zu teilen, gibt es schon lange, ist aber immer am Widerstand des Unionistenblocks gescheitert. 

Die einst so parteiische RUC heißt nun PSNI (Police Service Northern Ireland) und hat einen hohen Anteil Katholiken, es gibt keine britische Armee mehr in Nordirland, keine Straßensperren in Belfast oder Derry und die Benachteiligung der Katholiken ist Geschichte. Ein dreifaches HOCH! HOCH! HOCH! auf diese friedlichen Zeiten und bis zum nächsten historischen Exkurs, wo ich den peace process detaillierter zu erklären versuche **nachdem ich ihn erstmal selbst verstanden habe. Das exzellente Buch "Making Sense of the Troubles" harrt noch seiner gründlicheren Lektüre**.     



Mitte November habe ich mit Freunden aus Enniskillen eine Zeitreise in das Ulster vor 200 Jahren gemacht. Nahe Omagh ist ein riesiges Freilichtmuseum, der sogenannte Ulster American Folk Park:
Aufgrund der ärmlichen Verhältnisse der (meist katholischen) Bevölkerung und den jahrundertelangen konfessionellen und politischen Querelen in Ulster bzw. ganz Irland suchten bereits im 18. Jahrhundert **also ein Jh. vor der großen Hungersnot** viele Iren ihr Glück in der neuen Welt: die Kennedys, Clintons und weiß der Geier wer noch (im Zweifel alle McX- und O'X-Namen) **auch George Washington oder der aus dem beschaulichen Strabane (!!!!) kommende John Dunlap, der die Unabhängigkeitserklärung gedruckt hat, sind irischer Abstammung**.
Das Museum ist sehr anschaulich und in einen open-air-Teil und einen Innenteil aufgeteilt: Häuser aus den vergangenen Jahrhunderten sowohl der "alten Welt" (Ulster) als auch der "neuen Welt" (Amerika) sind detailverliebt nachgebaut. Das unheimliche: In manchen Häusern "leben und arbeiten" Menschen in historischer Kleidung, die uns dann erklärt haben, wie man früher gelebt hat. Wow! Geschichte ohne Lesen ;-) Aber im Innenteil des Museums gibt es genügend Info-Tafeln und "traditionelle" Modelle und Ausstellungsstücke, wozu ich allerdings nicht mehr aufnahmefähig war, nachdem ich den großen Park durchwandert hatte... :-(

Die harte Arbeit eines Webers im 18. Jh.: Der Mann ist keine Wachsfigur, sondern aus Fleisch und Blut.


Und so sah es in County Tyrone im 19. Jh. aus...



Ein irischer Pub im 19. Jh. Findet den Anachornismus **abgesehen von dem top modisch gekleideten, jungen Mann mit der Fleece-Jacke;-)** !



Coole Leute in der Alten Welt...


...die fleißige Schüler sind. Denis (rechts) und ich...



...haben eine Deutschstunde mit der Disziplin aus dem 19. Jh. abgehalten...



...und Alexis hat seinen Lieblingssatz propagiert.





Crazy pirates of Ulster:







"Und der Herr sagte: Vermehret euch wie die Schafe, zahlt brav eure Kirchensteuer und PRÖSTERCHEN, MEINE BESTEN..."



Ben, der Farmer aus dem mittleren Westen: "Howdy!"





Die Kinder hatten ihren Spaß:













Part V: Halloween as a Dog

  • Nov. 8th, 2009 at 10:44 PM

Direkt nach unserer Radtour war Halloween (31.10.). Ich erspare mir hier, den Wikipedia-Artikel über einen alten irischen Brauch, der aus den US and A nach Irland reimportiert wurde zu zitieren. Wenn man sich die Shops in Omagh und den anderen Städten angesehen hat, sieht man Halloween sowieso nur als eine große Kommerzmaschine - oder eben als einen Grund, dick Party zu machen. Ich lasse besonders hier die Bilder sprechen, die mir selbst wohl kaum zu großer Ehre gereichen werden, aber euch hoffentlich zum Lachen bringen. Hauptsache Spaß, nicht wahr? =) 

Nanu, wer ist denn da in unserem Wohnzimmer??? Wie gruselig, da muss ich näher ran...

Ist das Scooby-Doo????



Scooby-Doo und seine verrückten Freunde...



Okay, es ist einfach nur ein deutscher Depp, der sich von einem Einheimischen ein Kostüm geliehen hat, in dem er wie 15 aussieht. Deshalb hat mich die Securtiy der Main Street auch nach meinem Pass gefragt. Blöd nur, dass ich unter dem Ganzkörperkostüm nur einen Badeshorts und ein Mikrofaserhemd an hatte und 0,00 Pound, keinen Ausweis und nix. Im Bild unten links ist Marc im Bild, der mir das Kostüm geliehen hat. Es gab in einer Disco so eine Gruppe von Malaysiern, für die Scooby-Doo anscheinend der Held ihrer Jugend war. Sie haben ein Foto mit mir gemacht - ich habe mich bisher aber nicht getraut, in das asiatische Restaurant um die Ecke zu gehen (wo sie arbeiten), um mir die Bilder zu besorgen :-) 



Auch ich habe den "Held" meiner Jugend gefunden: Den Papst! Nein, natürlich nicht. Ich fand das Kostüm nur so cool und wollte ohne bürokratische Umwege eine Audienz arrangieren. Hat auch geklappt: 



Schaut euch das Bild nicht zu genau an. Meine Augen quillen nur so raus, Haare verschwitzt... Das Kostüm war ein ganz schönes Kreuz, im Namen des Herrn!!!
So, da in diesem Eintrag kräftig gelacht werden durfte, werde ich den nächsten als Fortsetzung der nordirischen Geschichte konzipieren, um euch auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Die Troubles harren noch der Erklärung. Cheerio, liebe Leute - bis bald. Wir sehen uns in Deutschland in der Vorweihnachtszeit!  



Part IV: Survival of the Cyclist

  • Nov. 1st, 2009 at 3:18 PM

Hi folks! 

Ihr könnt euch sicher denken, dass die Radtour vom Fr, 23.10. bis Fr, 30.10. recht ereignisreich war und ich bin nicht fähig, alles in Prosa zu gießen. Aber da mein historischer Exkurs so textlastig war, werde ich mich hier auf Bilder und recht kurze Erläuterungen beschränken. 

Wer unsere Tour auf einer Karte verfolgen möchte, kann dies hier grob und verschwommen tun. So viel sei gesagt: Die Reise an der Nordostküste war superschön und superanstrengend!!! Die kleinen braunen Erhebungen auf der Karte sind nämlich für Radfahrer beschissen schwierig zu erklimmende Hügel/Berge... 



Route (300 km + X): 

Day 1: Omagh > Dungannon

Day 2: Dungannon > near Moira in a tent

Day 3: Moira > Belfast

Day 4: Belfast > east of Ballymena at the coast near Carnlough (tent)

Day 5: Carnlough > Ballycastle

Day 6: Ballycastle > Limavady

Day 7: Limavady > Londonderry

Day 8: Londonderry > Omagh   



Bild unten: Nahe Omagh. Meine Klamotten waren nicht sehr professionell: Zu schwer, zu lang. Aber halbwegs wasserdicht. Genauso wie unser Hab und Gut auf unseren Fahrrädern, das wir mit stabilen bin bags vor dem irischen Wetter schützten.  
 

Gaetan: Immer 15 Minuten voraus... Wie macht der das? 




Gaetan, Held des Radsports, Bezwinger der Pyrenäen, sichtlich der Träger des gelben Trikots und seines Zeichens Franzose (wie man auf dem Bild lesen kann:-).  



Tag 1 in Dungannon: Shiny happy people. 





Tag 2: Regen!! Aufschlagen eines Zeltes nahe der Kleinstadt Moira bei Wind und Regen, Boden war uneben und nass. Kann es eigentlich noch schlimmer kommen? Ach ja, das Zelt (das wir von der Omagh Academy ausgeliehen haben) war "auf links gezogen", sodass wir zuerst das Innere des Zeltes in die Nässe und den Schlamm setzten. Zitat Gaetan: "Stupid pupils...!" Aus naheliegenden Gründen gibt es von diesem Tag keine Bilder... 

Tag 3, in Belfast. Die hässlichere, aber interessante Seite der Stadt: Mitten im Niemandsland der Peacelines, den Grenzzäunen zwischen katholischen und protestantischen Vierteln. Ganz schön hoch diese Dinger... 


Bild unten: Die schöne Seite von Belfast. Belfast City Hall. 


Tag 4, beinahe nachts (die Nacht begann im Zelt wenn es dunkel wurde, also 17:30, was zu Depressionen und schlechten Witzen führte), auf einem Feld bei den Antrim Glenns **die wir mit dem Rad bezwungen haben! oder war es umgekehrt??**. Der "Berg" im Hintergrund ist der Hügel, auf dem St. Patrick als Sklave Schafe gehütet haben soll.  


Bilder unten: Derselbe Tag, dasselbe Feld. Links von unseren Rädern ist unser Zelt inmitten des nassen Rasens!!






Tag 5: Schöne Aussicht an der bergigen Nordostküste. Eine Aussicht, die verdammt hart erstritten, äh, erradelt wurde! Meine Knie haben am dritten Tag schon verdammt weh getan und sie tun es Tage nach der Tour immer noch ein wenig. 
Das ist so ungerecht. Ist es das Alter oder weil ich es nicht gewohnt bin, über 300 Kilometer in 8 Tagen zu fahren? Naja, ich habe es ja überlebt... survival of the cyclist, sach ich mal! 




Tag 6, nach einer Übernachtung in einem menschenleeren Haus (wir danken den Bewohnern für das Hinterlegen des Schlüssels und ihr Vertrauen!!) und einer geradezu langweilig einfachen Tour von 17 Meilen von Ballycastle nach Coleraine, verging mir nach einer technischen Panne mit meinem Rad und einem auf und ab auf dem Weg nach Limavady doch sehr das Lachen. Und das will bei mir was heißen, Freunde! Aber als wir Mittagspause machten und uns den Magen mit Couscous und Broten vollschlugen, konnten wir mal wieder die hart erradelte Aussicht genießen.  


Tag 7: Limavady > Derry. Easy going, flache Strecke. Alles easy mit Ausnahme der Trucks, die uns auf der Hauptstraße in Richtung der zweitgrößten Stadt Nordirlands (die weniger als 100.000 Einwohner hat!) überholten und all der Baustellen am Seitenstreifen, die uns sehr nah an besagte Trucks drängten... Nun ja, niemand ist gestürzt und wir leben ja nachweislich noch. 
Bild unten: Zwei "Pazifisten" auf den historischen Stadtmauern Derrys aus dem 17. Jh. (London)Derrys Geschichte spiegelt den Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken mindestens so augenscheinlich wider wie Belfast. Dazu werde ich aber wohl in meinem (bald kommenden?) zweiten historischen Exkurs mehr erzählen und zeigen. Jeder von euch kennt bestimmt das Wandgemälde aus dem katholischen Viertel der Stadt: "You are now entering free Derry"... 


Tag 8: Von Derry nach Omagh sollte es eigentlich keine Probleme geben. Ich liebe das deutsche Wort "eigentlich"... Denn eigentlich war die Strecke perfekt ausgeschildert, sollte ohne einen Hügel bis Strabane sein und verlief entlang des Flusses Foyle schnurgerade. Pech nur, dass Gaetan die lustige Bemerkung machte, dass es ganz schön verrückt WÄRE, wenn wir vier Platten auf unserer letzten Etappe BEKÄMEN. Das sagte er, als Derry eine Meile hinter uns lag. Zwei Meilen weiter kam uns ein Radfahrer auf diesem super Radweg entgegen und murmelte eine Warnung, die wir nicht verstanden. Wir sind stumpfg weiter gefahren, bis Gaetan etwas von Dornen auf dem Weg sagte und wir ein Geräusch hörten, dass uns das Blut in den Adern gefrieren ließ: PFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFF....
Und nein, es waren zum Glück nicht vier Platten, wir hatten "Glück": Es waren nur drei!!!!!! Stinksauer ist gar kein Ausdruck für das, was wir empfanden. Der langen Rede kurzer Sinn: Wir hatten richtig Glück im Pech: Unweit des BEKACKTEN Radweges war die Speditionsforma "BFast". Die Jungs waren super hilfsbereit und haben uns einen trockenen Platz in der großen Garage und Werkzeug gegeben. Wunder über Wunder, wir haben es geschafft, die Räder zu reparieren, aber unsere Helden von BFast haben uns angeboten, uns in einem Rutsch mit ihrer Lieferung mitsamt unseren Rädern in einem Van nach Omagh zu bringen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie erleichtert wir waren. Nebenbei gesagt regnete es im Laufe des Tages in Strömen!! 
Um unser Gesicht aber nicht vollends zu verlieren, haben wir uns 6 Meilen vor Omagh absetzen lassen und wir sind im Regen und auf der Hauptstraße den restlichen Weg nach Hause gefahren. 
Nichtsdestotrotz haben wir auch ohne die Derry > (Strabane) > Omagh - Strecke 300 km mit eigener Kraft auf den Fahrrädern zurück gelegt!    

Zum Abschluss möchte ich, auch im Namen von Gaetan, all unseren Gastgebern ganz herzlich danken. Because it makes no sense doing this in German, I paste the "Thanks-Mail" in this entry **with all the insider remarks that just we cyclists and the particular host will understand**:

A Thousand Thanks to the best Hosts on the Island... 

.. from Gaetan and Benjamin to all of you, who gave us a roof over our heads on our crazy hilly cycling trip in almost winter time.

...We thank Susanne for her warm Austrian hospitality and the lovely pasta. Thank you for the warm tea, the (literally!) great  living room and for getting to know Chris and Dungannon's (Teenie-) Nightlife ;-).

...We thank Vanessa in Belfast, the Mural-Expert No.1, for interesting and shocking insights into the complicated and "troubled" history of the Northern Irish metropole. Thanks also for the comfortable accomodation and for using the washing machine for our disgusting cycling clothes.

... A big thank you to Elsa and her house mates in Layland Avenue (which was so f****ing hard to find between Layland Hights, Layland Farm, Layland Road etc.) for their trust towards us!!!! We enjoyed the satellite TV as much as the hot shower after a wet, long night in a tent! Now that we know your house, we've got to know you !

... Big time in Limavady with Eve! Thank you so much for your kind hospitality that we so much appreciated! You definitely spoilt us ! And watch out for lamposts, they are dangerous! Franks is definitely in the race for the best Northern Irish pub ...

... Last, but surely not least: Laetitia! Thank you very much for being a perfect and selfless host (we could not sleep well while thinking of you sleeping on the sofa!). We really appreciated the friendly city of Derry, the nice company and the Irish Music!

We really like to see you all in our home in Omagh to return the favour and to show you our nice wee town and ourt favorite Irish Pub McCann's around the corner! You are very welcome and we hope to see all of you soon!

All the best!

Gaetan & Benjamin


Introduction to a complex matter
Verwirrend für viele von euch ist sicherlich, wenn ich von Iren und Briten, Katholiken und Protestanten oder Nationalisten und Unionisten rede. Die Geschichte von Nordirland ist (leider) nicht schnell erzählt, was für einen Blog-Beitrag fatal ist. Ich werde versuchen, die alte Geschichte des Konfliktes vereinfacht zu erzählen – trotzdem ist der Beitrag echt lang geworden. Zunächst sei angemerkt, dass die Geschichte des Nordirlandkonflikts die Geschichte einer europäischen Gesellschaft von ca. 1, 5 Mio. Menschen (im 20. Jh.) ist, die Jahrhunderte alte religiöse und machtpolitische Konflikte nicht überwinden konnte, um zu einer gemeinsamen Identität zu finden – Spanier, Franzosen und Deutsche haben das ja irgendwie **más o menos** geschafft. Da London der Unterdrückung der katholischen Minorität (ca. einem Drittel der nordirischen Bevölkerung im frühen 20. Jh.) durch die protestantische Majorität mindestens gleichgültig gegenüberstand und die protestantischen Unionisten/Loyalisten ohne Druck von außen zu keinerlei Kompromissen bereit waren, wurde die seit Jahrhunderten vorherrschende Zweigeteiltheit der Gesellschaft seit den 1920ern sogar noch verfestigt.

Ein Nordirland, zwei Konfessionen, zwei (oftmals Straße an Straße BENACHBARTE!) Bevölkerungsgruppen mit gegensätzlichen Identitäten, zwei antagonistische politische Ziele: Verstanden sich die Katholiken eher als unterdrückte Iren, die ein von GB unabhängiges Gesamtirland anstrebten, sahen sich die Protestanten seit jeher als Nachfahren der englisch-schottischen Siedler des 17. Jh., die sich im Belagerungszustand inmitten einer feindseligen Bevölkerung wähnten. Die Union mit GB stand für die tonangebenden Hardcore-Loyalisten als wichtigster Punkt ihrer Identität weit über den Bedürfnissen der Katholiken. Aber was tun Menschen, denen man keinen friedlichen Weg zur politisch-wirtschaftlichen Teilhabe anbietet und die man im freien Staat des United Kingdom wie Bürger zweiter Klasse behandelt?

From the Middle Ages to the “Plantation”

Wie alles begann ist immer so eine Sache. In der Tat hat der imperiale Anspruch der englischen Könige seit Henry II bis zu Elisabeth dazu geführt, dass Irland ein englischsprachiges Land wurde: 1171 startete Henry II aus Sorge um die Westflanke seines Reiches **Henry zu seinen Beratern: Hmmmm, sagt mal, ist da nicht so eine grüne, feuchte Insel im Westen, ohne König, ohne irgendwelche Bodenschätze und könnten unsere Feinde da nicht Stützpunkte errichten...?** eine Expedition nach Irland. Doch bis zu Henry VIII (16. Jh.) konnten die Engländer nur den Raum um Dublin effektiv halten. Irland sollte nach englischem Muster feudalisiert werden, doch kam es unter der ach so aufgeklärten Tante Lisbeth I (1558-1603) zu weitreichenden Aufständen des eigenwilligen irischen Adels. Die Grafschaft Ulster (in ungefähr die Gebiete des heutigen Nordirland, deshalb ist NI auch als Ulster bekannt, aber nur bei Protestanten) war damals schon ein Unruheherd und Zentrum des Widerstandes gegen die Anglisierung. Da ich die ehrenwerte Queen Elisabeth I erwähnt habe: Wer den letzten Historienfilm über sie gesehen hat **Steffi, Schellwich, Gerald, Fürst, ihr seid angesprochen!!!**, der könnte meinen, der widerliche katholische Philipp II von Spanien will mit seiner bösen spanischen Armada nur das anglikanisch-protestantische England schänden und erobern – ABER: Die irischen Widerständler standen natürlich im Bündnis mit Philipp und sahen seine Armada natürlich als liberation army an! Wie immer, ist Geschichte eine Frage der Perspektive =) Nun, die Spanier haben verloren wie ihr wisst, ebenso die Iren.

Ich überspringe einmal ein paar wichtige Ereignisse und fahre mit der sogenannten “Plantation” fort. Um sich nicht mehr auf den unzuverlässigen und “treulosen” irischen Adel verlassen zu müssen, dachten sich die Engländer schließlich, dass man doch besser seine eigenen Adligen und Soldaten in Irland einsetzen sollte, zusammen mit protestantischen Siedlern aus England und Schottland, die dem Königshaus treu ergeben sind. Wie erfolgreich diese Idee war, ist heute noch an den Murals in Belfast zu sehen: Dort schwören radikale Loyalisten der Königsfamilie auf nahezu lächerlich kitschige Weise ihre Treue!

Aber zurück ins 17. Jh.: Wie ihr euch denken könnt, ging die Ansiedlung protestantischer und kronloyaler Engländer und Schotten in Ulster mit einer miesen Unterdrückung und Diskriminierung der irisch-katholischen Bevölkerung einher. Ich will hier keine Schwarzweißmalerei betreiben oder den verbrecherischen Terror der IRA 300 Jahre später hier rechtfertigen!! Aber das imperiale Gebaren der englischen Krone ist nun einmal Fakt und es ging auf Kosten der Schwächeren – eine triviale historische Konstante aller Eroberungen würde ich sagen. Die Krone wollte eine ethnische Separierung zwischen Beherrschten (kath. Iren) und (prot.) Siedlern, was aber aufgrund der geringen Siedlerzahl und der agrar-ökonomischen Notwendigkeiten (die Siedler als Großpächter brauchten bei der Arbeit nämlich die Iren) nicht praktikabel war.

Gewalt und Angst vor Gewalt **Teufelskreis einer bürgerkriegsähnlichen Situation!** prägte das Leben und die Mentalität der protestantischen Siedler; und zwar nachhaltig auf Jahrhunderte bis in die 1980er und darüber hinaus! Eine unglaubliche historische Kontinuität und erinnerungskulturelle “Leistung”. „Bewaffneter Sozialprotest“ (F. Otto) der degradierten irischen Bevölkerung im Ulster der frühen Neuzeit führte zu Überfällen und Gewaltakten gegen Siedler, bei denen es wohl kaum weniger grausam zuging als bei der Unterdrückung/ Hinrichtung irischer Rebellen und heimatloser Bauern. 1641 fand ein großer Aufstand in Ulster statt, bei der 12.000 Protestanten (ein Drittel der prot. Bevölkerung!) umkamen. Oliver Cromwell massakrierte dann mit seiner New Model Army ab 1649 viele Tausend Iren und hinterließ in Südirland und Ulster Leichenberge und verbrannte Erde **Warum steht vor dem Houses of Parliament noch einmal eine Statue dieses Mannes?**. Es folgte eine Enteignung der irischen Grundbesitzer (sofern noch am Leben), weitere protestantische Besiedlung, Gewalt, konfessionelle Spaltung und typisch europäische Thronstreitigkeiten von Prätendenten verschiedener Konfessionen um den Thron von England, die alles noch komplizierter machen... !

From Jacob II and William of Orange to 1921
Jacob II war zur römisch-katholischen Konfession konvertiert und war daher bei seiner Thronbesteigung 1685 ein Hoffnugsträger der Iren. Aber auch er konnte nicht an den Privilegien des protestantisch geprägten Parlaments in Westminster rütteln, deren Mitglieder zu den Profiteuren der Cromwell'schen Landverteilung in Irland gehörten **Ach, deshalb steht seine Statue da, wo sie steht... Wie naiv von mir!**. Dem Parlament wurde das ganze Treiben ihres katholischen Königs 1688 trotzdem zu bunt und entschied sich gemeinsam mit der englischen Armee **Sie war brüskiert, weil Jakob eine irische Leibwache unterhielt. Soldatenehre ist ja so leicht zu beschmutzen...** den König zu stürzen und Wilhelm von Oranien zu inthronisieren **Verdammt, wo kommt denn dieser Holländer auf einmal her? Er ist der Mann von Jakobs Tochter, wen's interessiert, und natürlich ein Protestant wie die ängstlichen alten Herren in Westminster**. Da dieser coup d'etat 1689 von Erfolg gekrönt war, spricht die unkritische Historiographie von der „Glorious Revolution“ - nun ja, BILD dir deine Meinung...

King Billy **ich habe ihn nicht so genannt!**, also Wilhelm von Oranien... Verzeihung, ich meine Seine Königliche Majestät Wilhelm III von England (und Irland) ist also nun king of the castle. Die entscheidende Schlacht hat der Oranier 1690 am Fluss Boyne gewonnen **Ich hab das Schild „Battle of the Boyne auf der Busfahrt von Dublin Airport nach Omagh gesehen. Toll, was?**. Und dreimal dürft ihr Schlaumeier nun raten, warum 300 Jahre danach noch protestantische ORANIERorden in Nordirland existieren und jedes Jahr **JEDES verdammte Jahr!!!** die Schlacht am Boyne nachspielen, feiern und den ganzen Sommer lang Paraden in ALLEN Städten Nordirlands durchführen... Ich weiß, klingt spinnert, ist aber wahr. Denn ICH war dabei, hier in Omagh, Anfang September.


** Es war Anfang September: Dutzende, ungelogen Dutzende, solcher Gruppen des Oranierordens marschierten von einem Ende der Stadt zum anderen (was heißt neben unsere Wohnung am court house). Laute Musik von Flöten, Pauken und Trommeln wie beim Schützenfest, marschierende Uniformierte, Union Jacks. Und Kinder, die in diese alten, militanten Traditionen durch Marschieren hinein sozialisiert werden. Ein Zug nach dem anderen, stundenlang, jede Kleinstadt in NI hat einen eigenen Oranierclub, dementsprechend Dutzende verschiedene Gruppen, aber immer die gleiche Musik...**



Aber zurück in die Vergangenheit, notwendigerweise mit Sprüngen und in Kürze **Wer von euch hat denn die Geduld, diesen langen Artikel zu lesen?? Hand aufs Herz!!**. Das 18. Jh. war geprägt vom demographischen und ökonomischen Aufstieg Ulsters, wobei die Katholiken konsequent diskriminiert wurden und vornehmlich die Unterschicht der Bevölkerung ausmachten.

Der nächste Knall der Weltgeschichte, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 1776, verfehlte ihre Wirkung auch nicht in Ulster und Irland. Needless to say: Nationalbewusstsein und Freiheitsdrang der Iren wird gestärkt. Eine Invasion Frankreichs in Irland war wahrscheinlich, sodass London die Wünsche der Iren nach mehr Unabhänigkeit ernst nahm **Hört, hört! Was so ein bisschen Feuer unterm Arsch alles bewirken kann!**. Das Folgende ist der lange Weg der Iren zu einem „Free State“, was in der Teilung der Insel gipfelt. Ich werde es im Schnelldurchlauf erzählen. Wichtig aus der Vergangenheit mitzunehmen: Plantation, geteilte konfessionelle und nationale Identitäten, Benachteiligung der Katholiken in fast allen gesellschaftlichen Bereichen.

1782:
Dubliner Parlament erhält mehr Rechte; erniedrigende Gesetze werden zurückgenommen

Ende 18. Jh.:
Aufstand der United Irishmen (ursprünglich interkonfessionell!) ruft französisches Expeditionsheer um Hilfe; Ideale der französischen Revolution; Spaltung der Konfessionen vertieft sich: Protestantische Milizen terrorisieren katholische Bauern, Protestanten fürchten Katholisierung

1801:
Union mit Großbritannien; keine Dubliner Exekutive mehr; King George III verhindert rechtliche Emanzipation: keine kath. Abgeordnete oder Beamte zugelassen!

1829:
Emanzipationsgesetz: Politische Gleichberechtigung der Katholiken

1845:
Große Hungersnot in Irland

19. Jh.:
Sozio-ökonomische Umbrüche, Industrialisierung im Norden (Belfast): Schiffswerften **Ja, die Titanic!!!**; der Süden der Insel bleibt das gesamte Jh. agrarisch geprägt

1914:
Home-Rule für Irland wird Gesetz, Aufschub bis Ende des 1. WK; protestantische und katholische Freiwilligenverbände kämpfen (konfessionell getennt!) in französischen Schützengräben für GB

1916:
Osteraufstand in Dublin (mitten im 1. WK!) wird von den Briten hart unterdrückt; radikale Nationalisten der Partei Sinn Féin (irisch für „Wir selbst“) erhalten Zulauf

1919: Dáil Eireann
(Parlament der irisch-katholischen Bevölkerung) in Dublin, dominiert von Sinn Féin, wählt provisorische Regierung unter Eamon de Valera

1919-21
: Anglo-irischer Unabhängigkeitskrieg: Brutaler Guerillakrieg zwischen IRA und Briten endet mit einem Kompromiss, nämlich der politischen Teilung Irlands. Der Süden wird zum Free State, der Norden bleibt in der Union mit dem Königreich

1922-23: Irischer Bürgerkrieg im Süden zwischen Gegnern der Teilung und Befürwortern, den die Befürworter gewinnen

Zentrales Problem Nordirlands war nun sowohl die protestantische 2/3-Dominanz als auch eine in Jahrhunderten der Konflikte gepflegte und im Lichte der letzten Eskalationen verschärfte Kompromisslosigkeit, gepaart mit dem WIllen und den Fähigkeiten zur politischen Gewalt seitens der radikalen Kräfte Sinn Féin/ IRA und radikalen Unionisten **die vorerst leider den Ton angaben!**. Londons Einlenken gegenüber den unionistischen Kräften
und sein Desinteresse, sich in dem komplexen Konflikt zu engagieren, machten alles nur 
noch schlimmer. 

Filmtipp: The Wind that shakes the Barley (2006). Ein Film über den Unabhängigkeits- und Bürgerkrieg im Süden der Insel. Bitte schaut ihn nicht an einem typischen Gammel-Sonntag. Mir hat er nicht gut getan! 

Wie es nach den 1920ern weitergeht, wie es zu den Troubles in der zweiten Hälfte des 20. Jh. kam und wie trotz  Bomben über Bomben nach 1998 doch (offiziell) Frieden in diesen gebeutelten Teil Europas kam, das erzähle ich euch in der nächsten Stunde, liebe Kinder! 

 

 

Ich will ja niemandem vorenthalten, was in den letzten zwei Wochen so passiert ist. Da war zum Beispiel der Ausflug mit Claire und Gaetan zu den Kollegen in Enniskillen, mit denen wir immer sehr viel Spaß haben. Wir sind zum Castle Coole gewandert, was sich als nicht besonders cool heraus gestellt hat. Aber drumherum ist eine schöne Parkanlage. 

Hier sind wir glorreichen Kontinentaleuropäer auf dem Weg zum "Castle" (warum die Anführungszeichen? Wartet es ab!): 

 
**Der winkende Mann links: Mein deutscher Bruder in Enniskillen, Denis aus Osnabrück. Zwischen uns: Constance, meine Kollegin im St. Michael's College in Enniskillen, unangefochtene Spitzenköchin der Truppe würde ich sagen!** 

Im Park zu sehen: Happy tree friends ;-) 



Im Zentrum der Parkanlage: Das "Castle" Coole, also in my book ist das eine Villa. Nichts besonderes, ein neoklassizistischer Bau eines längst verstorbenen, distinguierten Gentleman...



Unten: German Corner. Böse Zungen warfen uns Homosexualität vor **was für ein unaufgeklärter "Vorwurf", aber das nur am Rande**, ich nenne es einfach ein cooles Foto! Man beachte, dass öffentlicher Konsum von Alkohol in diesem Land sehr teuer werden kann!! Da ist Deutschland wesentlich liberaler, aber wir wollten uns den Spaß nicht nehmen lassen. Zudem bestand keine wirkliche Gefahr, da an diesem Samstag kaum jemand im Park unterwegs war. 



Später im Pub: Ich arbeite mit David an der deutsch-französischen Freundschaft, freundlichst vermittelt durch die Guinnes-Brauerei. 





French corner: Gaetan und Alexis. Gemein! Ich will auch so fotogen sein!!!!



But I'm trying very hard. Unten: Ein Vorurteil wird bestätigt: Germans are damn tall! Ganz rechts: Sara aus Spanien, eine der Enniskillener. 


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**Zeitsprung** in das verflossene Wochenende, also gestern: Wir hatten ein paar Gäste, Assistenten, Einheimische und sonstiges. Dickes Lob an die Chefs der Küche an diesem Abend, Morgane und Claire, die nicht nur drei Kiesch (Wie schreibt man das eigentlich???) gemacht haben, sondern uns die schokoladigsten Fondants (kind of Muffins?)serviert haben, die ich je kosten durfte! Se bon, sagt der Deutsche, der kein Französisch kann! Auf dem Foto seht ihr auch endlich mal unsere Küche, in der ich **das überrascht sicher einige von euch** jeden Tag koche, damit ich am nächsten Tag in den Schulen nicht die Kantinen testen muss. 






Nachdem wir dann satt, rund und unbeweglich waren **es fühlte sich wirklich wie bei einem Familienfest an, genauso wie heute vor einer Woche in Enniskillen, wo Constance mal eben für den ganzen Omagh-Enniskillen-Mob zwei Hühnchen gebraten hat... Respekt!**, sind wir in die Main Street in Omagh gegangen, wo jeden Samstag Livemusik ist und die Pubs in der Ecke nett beleuchtet sind, wie hier Osters Arms. Ich für meinen Teil bevorzuge aber den traditionellen irischen Pub McCann's, der nicht in der Main Street ist. In McCann's wird jeden Donnerstag und Sonntag live irische Folkmusic gespielt: ein paar Leute sitzen einfach in einer Ecke des Pubs und üben. Einfach nur geil! Von McCann's mache ich das nächste Mal Fotos.
Nachteil an der Main Street: Besoffskis auf Schritt und Tritt, hin und wieder einmal eine kleine Schlägerei **don't worry: security is ALL OVER the place** und Frauen, die so billig und leicht angezogen sind, wie es das britisch-irische Klischee verlangt.   




Finally, ein Bild der WG: Gaetan, Claire, et moi und Noemi. Das rote Licht sollte eure Phantasie nicht ungebührlich anregen, es ist einfach nur eine normale Bar. 


Ich war übrigens von Donnerstag auf Freitag in Belfast, Wiebke das erste Mal besuchen!! Sie hatte am Donnerstag Geburtstag. Leider hatte ich meinen Fotoapparat vergessen, aber wir haben unter anderem eine sehr interessante Busrundfahrt durch Belfast gemacht, auf der ich viel gelernt habe.  
Unter anderem deshalb werde ich in meinem nächsten Eintrag meine Androhung wahr machen und einen historischen Exkurs über den immer noch schwelend gegenwärtigen Konflikt in Nordirland schreiben. Ich sage nur so viel: Meine Kollegin Hélène in Strabane hatte an einem Wochenende nicht schlafen können, weil Sympathisanten eines gestorbenen Terroristen Schüsse in die Luft ballerten und **zum Glück nur ANGEBLICH** eine Bombe in ihrer Straße platziert hatten. Things here were a bit tense recently - nicht in Omagh selbst, aber punktuell zum Beispiel in Strabane. Dazu werde ich nach fundierterer Recherche im nächsten Eintrag etwas schreiben. Aber macht euch keine Sorgen! 99% der Menschen hier wollen von der Gewalt der Vergangenheit nichts mehr wissen.  

 

Part II: Training Day or: NO PAIN, NO GAIN

  • Oct. 6th, 2009 at 12:08 AM

Letzten Samstag, den 3. Oktober 2009, wurde ich von Gaetan an eine meine Konditions- und Schmerzgrenzen getrieben: Eine Tagestour mit dem dem Radl von Omagh nach Strabane, das sind 70-80 Kilometer! Ehrlich gesagt waren meine Knie danach geschunden, mein gesamter Körper halb tot! Ich will hier **nicht wie im vorherigen Eintrag** eine Textwüste hinterlassen, deshalb die kindgerechte Kurzversion mit vielen Bildchen:

Gaetan und ich planen in den einwöchigen Half Term Ferien (Mo, 26. Okt. bis Fr 30. Okt., also um Halloween) eine Radtour durch Nordirland und wir werden wahrscheinlich bei anderen Assistenten Zwischenstopps bzw. Übernachtungs- und Guinness-Pausen einlegen können. Wir haben an alle 130 Assis geschrieben und auch einige Antworten erhalten - das nenne ich Kollegialität! Wir werden sehen... Ich bin jedenfalls nach unserem training day Omagh-Strabane - Strabane-Omagh in Sorge, dass Gaetan mich Schlaff
i irgendwann am Straßenrand liegen lässt. Der gute Mann hat nämlich auf dem Drahtesel eine Kondition hingelegt, WAHNSINN! Ute, unsere Eintagestouren um Bielefeld herum haben mich darauf leider nicht vorbereitet! Gaetan hat Radtouren in Frankreich, Spanien und Wales gemacht - das erklärt so einiges. Wer in den Pyrenäen fährt, lacht über die Hügel der Sperrins. Ich kann nach 30 Kilometern ohne Pause allerdings nur noch gequält lachen - wenn überhaupt!

Die Bikes. Man beachte: Das pinke Fahrrad ist vom Schrottplatz - und es fährt gut! Wir tauschen die Räder, sobald sich jemand unwohl fühlt. Das rosa Teil ist eigentlich eine Idee zu klein für mich, dafür ist aber der Sitz bequemer... 


     

Blühende Landschaften...




Im besten Pub der Gegend in Strabane, "The Farmer's Home". Und wie immer war es "a lovely time for a Guinness" ;-) Wir haben einfach unsere Sandwiches ausgepackt und gefuttert - immerhin hatten wir seit 30 Kilometern nur eine Banane gegessen. Und es kam auch niemand, der geschimpft hat: "SIE DÜRFEN HIER KEIN MITGEBRACHTES ESSEN VERZEHREN!" 


Wir besuchten unsere Kollegin Hélène in Strabane, sie arbeitet mit mir in Strabane Grammar. Man beachte die gemütliche Atmosphäre in diesem Pub: Es gibt zwei Etagen, wir sind auf der oberen. Rechts von Gaetan ist ein Kamin (der mittags noch nicht an war, aber abends ist es ein Traum dort!). Die Bar unten ist klein, ich würde es familiär nennen. Wir bestellten uns gleich ein Guinness und kamen mit den Leuten ins Gespräch. Ein Mann hat in den 90ern in Deutschland gearbeitet, in Herne im guten alten Ruhrpott. Er sagte, er könne kein Wort Deutsch, nur eins: "Snäil, Snäil!" Das hätte die Deutschen immer zu ihm gesagt. Hm, dachte ich, "snail" ist doch Englisch für "Schnecke".... Bis ich dahinter kam: "Schnell! Schnell!"... Jaja, die Deutschen - WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT !! 



Folgendes Bild ist wirklich cool, weil es die Hälfte des Rückweges markiert (wir sind in Newtownstewart, ca. 10 MEILEN von Omagh entfernt. Ach ja, fragt mich nicht, ich rechne nicht in Meilen...). Das Bild ist leider nicht perfekt: Gaetan macht mich persönlich dafür verantwortlich, nicht den GANZEN Regenbogen auf dem Foto zu haben. Ihr fragt euch: Welchen GANZEN? Tja, in der Tat spannte sich ein Regenbogen scheinbar von einem Ende des Bodens über eine weite Strecke zum anderen - quasi von Omagh bis hinter Newtownstewart. So einen perfekten Regenbogen hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen. Nun, leider habe ich unterschätzt, wie schnell so ein Regenbogen wieder verschwindet und habe erst einmal genüsslich mein Snickers gefressen. Gaetan sagte heute zu mir: "You were too greedy, man!". Das finde ich eindeutig zu hart. Oder...? 



 


Exkurs I: Arbeit!!! Arbeit!!! Arbeit!!!

  • Oct. 5th, 2009 at 11:14 PM

  **Der Deutschlehrer in Enniskillen hat ein T-Shirt mit diesem Aufdruck in seinem Klassenraum! Beweisfotos zu zeigen gestaltet sich SCHWIERIG, da die Schulen hier alle sehr sehr strikte Regeln mit Fotos und generell Child Protection haben.**


Ja, wir Deutschen stehen im Ruf, fleißig bis arbeitssüchtig zu sein. Dass das nur ein Vorurteil ist, wisst ihr alle aus eigener Fäulniserfahrung bzw. ihr spürt es in den Knochen, wenn ihr montags (besonders im Winter!) widerwillig aufsteht und euer Körper euch fragt, warum ihr ihn mitten in der Nacht foltern wollt. Nun, ich kann mich hier jedenfalls nicht über zu viel Arbeit beklagen, aber auch nicht über zu wenig, sodass ich mich nutzlos und quasi “nur auf Urlaub” fühle. Meinen bisherigen Blogeinträgen folgend, müsst ihr ja denken, der Benny macht sich da nen faulen Lenz. Dass das nicht so ist, versuche ich mal durch meinen Stundenplan zu beweisen. **Allen arbeitenden Referendaren/ Lehrern und sonstigen Menschen, die einer ehrlichen Arbeit nachgehen, möchte ich nur sagen, dass mir niemand neidisch auf meine nur 12 Zeitstunden Arbeit und meinen freien Freitag sein muss, DENN: Ich werde natürlich auch nur für jene 12 Stunden bezahlt, was knapp 800 pounds wären, aber davon geht natürlich die National Insurance ab, dann noch ein bissl Steuer (die ich aber wieder bekomme) und 200 pounds Miete**.



Das aufstehen kurz vor sieben Uhr **die harten Arbeiter unter euch lachen mich zu Recht eh grad aus, die Studenten machen große Augen;-)** ist nur Gewöhnungssache und die Arbeit klappt auch gut, da ich nun in ungefähr weiß, was ich mit welchem Jahrgang machen kann, die Schüler meine schlechten Witze langsam kennen und die Lehrer wissen, dass sie sich auf mich verlassen können. Am schwierigsten fällt es mir noch, mir für die Kleineren (Year 8-11, also im Alter von 11 bis 14 Jahren) **die aber wirklich zum Knuddeln süß sind, auch wenn sie manchmal sehr unruhig und unkonzentriert sind** Spiele auszudenken. Ein weiterer Nachteil **von mit selbst!!** ist, dass ich mit den Schülern von Year 8 und 9 einfach nicht streng sein KANN, weil die so klein, zierlich und trotz ihrer unruhigen Art meist bereit sind, etwas zu lernen.

Der Haken an dem Schulsystem, wie ich es hier an drei recht prominenten Gymnasien kennenlerne, ist die Konzentration der Didaktik auf auswendig eingeübte Konversation mit einem sehr geringen Anteil an eigener (kreativer) Textproduktion. Will heißen: Der Englischunterricht in Deutschland legt meiner Beobachtung nach zum einen größeren Wert auf das konsequente Einüben der Grammatik UND fordert die Schüler ständig, Texte zu produzieren. Hier ist der Deutsch-, Französisch-, Spanischunterricht wirklich auf zentrale Abschlussprüfungen ausgelegt, die sowohl mündlich als auch schriftlich Abfragen und der Theorie nach auch alles an Grammatik automatisch abfragen. DE FACTO ist es aber so, dass die gängigen (und STEEEEEERBENSLANGWEILIGEN!) Prüfungsfragen auswendig gelernt und abgespult werden. **Prüfungsfragen drehen sich nämlich überraschenderweise GAR NICHT um das Land der Sprache, sondern immer nur um den eigenen Kosmos: "Wie siehst du aus? Beschreibe deine Familie! Beschreibe deine Gegend, dein Zimmer etc.! Arbeitest du nach der Schule? Was hast du letztes Wochenende gemacht...?" **

Meine Aufgabe als Assistent ist es nun **je nach Lehrertyp, ich bin an drei Schulen, genauer arbeite ich also mit zwei Lehrerinnen und einem Lehrer zusammen**, die Kinder zum Reden und manchmal Schreiben zu bringen. In Omagh assistiere ich meist im Klassenraum, in Strabane übernehme ich kleine Teile oder mal komplett den Unterricht (z.B. mit einem Vokabeltraining zu Lebensmitteln, getarnt in einer Powerpoint-Präsentation, denn JEDER Klassenraum hat hier einen Beamer, Tafeln sind leider dafür Mangelware!). Ich war in Strabane sogar mal replacement, das fühlte sich gut an! In Enniskillen und Strabane übernehme ich auch eigene Kleingruppen. Der Lehrer in Enniskillen gibt mir da nahezu total freie Hand: “Mir ist es egal, was du mit denen machst, hauptsache sie sprechen Deutsch”. Die Year-12-Gruppen unterstütze ich bei ihrer Vorbereitung auf die GCSE-Prüfungen (mittlere Reife; wenn du die nicht gut bestehst, kannst du das Abitur nicht machen), das fällt unter die Kategorie "Fragen widerkäuen".

Am meisten Spaß macht mir die Arbeit mit drei A-Level-Schülern (Abiturienten) in Strabane und die Arbeit mit drei vier- bis fünfköpfigen A-Level-Gruppen in Enniskillen (in der Omagh Academy gibt es kein Deutsch im Abi). Hier habe ich wirklich freie Hand und kann auf einem gewissen Niveau aufbauen und ein paar einfach aufbereitete Texte besprechen und **in Ansätzen** Diskussionen anleiern. Zum Beispiel fange ich mit zwei A2-Level-Schülern in Strabane gerade damit an, “Sophie Scholl. Die letzten Tage” zu sehen. Zu meiner hellen Begeisterung wusste einer der beiden Schüler aus seinem Geschichtsunterricht mehr über die NS-Zeit als ich es von vielen deutschen Abiturienten erwarten würde. Er ist aber auch ein besonders heller Kopf und nicht repräsentativ, sodass ich jetzt keine Lobeshymne auf die tausendmal besseren/schlaueren Nordiren singen will! Ohne englische Untertitel würden die Schüler den Film übrigens nicht verstehen, aber das ist ja auch normal. Ich habe erst in den letzten Jahren gelernt, Filme im englischen Original zu verstehen.

Tja, so viel dazu. Auf die mögliche Frage, an welcher Schule mir die Arbeit am meisten Spaß macht, muss ich sagen: Strabane Grammar. Warum? Ganz einfach: Im Gegensatz zu den anderen Schulen bin ich dort ZWEI Mal die Woche und fühle mich da dann mehr “zu Hause” und kenne mehr Lehrer mit Namen als in den anderen Schulen. Das Schöne ist, dass ich in Strabane und Enniskillen jeweils eine französische Assistenz-Kollegin habe, mit denen ich sehr gut auskomme und schon ein paar Guinness gemeinsam gehoben habe **und in Omagh ist klar: da hab ich auch meine flat mates als Kollegen**. Übrigens: Was ich über manche Assistenten so gehört habe, bezüglich unsozialem Verhalten oder ähnlichem, dann habe ich wirkliches Glück mit meinem Jahrgang hier gehabt!!

 

 

Part I: Breaking the Waves

  • Sep. 26th, 2009 at 11:13 AM


Ja, welch bombastischer (und geklauter) Titel! Ich habe zum Glück nicht als Wellenbrecher fungieren müssen. Das habe ich dem Giant's Causeway ("Damm des Riesen") überlassen: Einer Steinformation an der Nordküste Nordirlands, die aus Tausenden mehreckigen Säulen besteht. Es ist eine natürliche Formation aus abgekühlter Lava. Einer alten irischen Legende nach ist es aber der Überrest einer Landbrücke nach Schottland, die von einem Riesen, dessen Namen ich gar nicht aussprechen kann, aufgebaut wurde. Und in der Tat war letztes Wochenende so gutes Wetter, dass von den Klippen der Küste Schottland schemenhaft zu erblicken war! 
Wie dem auch sei, ich will ja nicht so viel schreiben, sondern die Bilder sprechen lassen:

Hm, man beachte die dunklen Stellen **wo der Fotograf steht**, die ja wohl ab und zu von Wellen erfasst werden...





Ich war gemeinsam mit einem Rudel von Fremdsprachenassistenten verschiedener Nationalitäten unterwegs. Es war also unvermeidlich,  wie doofe Touris mit ihren Rucksäcken und Kameras herum zu laufen. Wir waren samstags am Giant's Causeway und es waren recht viele Touris dort **ja, wir auch!**, sonntags soll es aber noch voller sein. Es ist halt eines DER Touristenziele auf der Insel und ein Weltnaturerbe. 
Hier ist die Touri-Gruppe, die sich von einem anderen Touri hat fotografieren lassen: 

Hier bin ich auf den Klippen über der Küste des Giganten. Man beachte meine kleinen Augen. Schlafmangel, mindestens drei Stunden in Bus und Bahn und die vorherige Besichtigung der wohl ältesten **oder eine der ältesten? Wer weiß das schon!** Whiskey-Brennerei der Welt (1608) in Bushmills, unweit des Giant's Causeway, haben ihre Spuren hinterlassen.
 

Wo ich Bushmills erwähnt habe: Diese Wandmalerei fand ich an einem Pub in diesem Städtchen: Conan der Barbar trinkt Tennent's! Nun, wahrscheinlich soll dieser Naturbursche jenen Riesen aus grauer Vorzeit darstellen, der den Causeway erschuf. Wie würde mein bester Freund aus S4-201 sagen: DAS WAREN NOCH ECHTE MÄNNER, DAMALS!!! ;-) 

 **livejournal will das Bild nicht senkrecht rein stellen, was soll's**:

 

So, hier zum Schluss noch einmal eine Aussicht von oben auf den GC.


Was sonst so passiert ist und passiert: Ich komme mit einer Lehrerin nun sehr viel besser aus, von der ich anfangs dachte, dass ich eher Ballast in ihrem sehr stressigen Arbeitsalltag bin. Aber sie gab mir sehr positives Feedback und sieht mich als Entlastung und ich solle nicht zögern, wenn ich eine Frage habe, auch wenn sie busy ist. Dieses Wochenende lerne ich ein paar Assistenten kennen, die in Enniskillen arbeiten und unsere WG in Omagh besuchen kommen. Morgen früh machen wir dann "Ulster fry", ein typisch nordirisches Frühstück: Sodabrot, Pilze, Tomaten, Schinken, Würstchen, Eier.... Alles in der Pfanne gebraten versteht sich. Ich bin mal gespannt! 
Oh, wo ich gesundes Essen erwähne: Ich sage es mir schon seit ich hier bin, wie ein Mantra: "Du musst endlich Sport machen! Du musst endlich Sport machen!", aber ich zögere noch, Geld im Sportzentrum zu lassen oder zum Beispiel zum Training einer der Basketballer zu gehen **Wann habe ich das letzte Mal Basketball gespielt? In der Schule?**. Wo sind sie, meine getreuen Badmintongefährten, Cathi, Steffi, Lars, mit denen ich mich wenigstens so gefühlt habe, in Form zu bleiben? 
Ja, da ist es wieder, das Heimweh... 

Alles Liebe in die Heimat und bis bald. 
Benny

PS: Vorgestern hatte die Guinness-Brauerei ihr 250. Jubiläum. Claire sagte mir, dass in allen Pubs das Guinness umsonst ausgegeben werde, was ich irgendwie nicht ganz glauben konnte. Tatsächlich waren wir aber dann pünklich gegen 17:59 Uhr **1759 n. Chr.** im McCann's um die Ecke und haben eine Runde Guinness aufs Haus bekommen. Wow! 


 

Introduction: Where I am and what I'm doing

  • Sep. 16th, 2009 at 2:24 PM


Liebe Verwandte, Freunde, Kollegen, Nervensägen, Angeheiratete und sonstige Perverse - liebe HEIMAT !

Nach langem hin und her und her und hin **Achtung Strombergzitat** schaffe ich es nun endlich, die Daheimgebliebenen (bzw.  die anderen Handlungsreisenden wie Herrn Horst, der bald fleißig Polnisch lernen wird) mit Fotos und nicht zuuuuu viel Text zu versorgen, um euch zu zeigen, was ich auf der grünen und generell nassen **aber momentan sehr sonnigen!!!** Insel so tue! Dieser deutsche Satz war viel zu lang und selbst für hiesige **meiner arroganten Meinung nach nicht ganz mit deutschem Niveau zu vergleichenden** A-Level pupils (Abiturienten) eine totale Überforderung. Deshalb werde ich die wesentlichen Fakten in bunten Bildchen zusammen fassen:

Ich lebe in


und da sieht es so aus: 


Ich wohne hier **Bild unten, Blick von der High Street (Hauptstraße, City Centre) auf den Court (links) und die wunderschöne katholische Sacred Heart Church (dahinter rechts)**. Genauer gesagt wohne ich direkt rechts vom Gericht, wo die High Street in die George Street übergeht **da wo die Einfahrt-verboten-Schilder stehen**.
SPRICH, ich wohne in der Stadtmitte. Hier sei an alle Berliner, Kölner und sonstige Möchtegerngroßstädter gesagt, dass Omagh ungefähr so groß wie meine HomeTOWN Schloß Neuhaus ist, also ca. 22.000 Einwohner. Es ist aber die Hauptstadt des County Tyrone und hat an Geschäften eigentlich alles, was man zum guten Leben braucht.   

Die Wohnug genügt gutbürgerlichen deutschen Standards von der Qualität einiger Dinge zwar nicht, ist aber weder schäbig noch schimmelig, sondern top in Ordnung, mitsamt Waschmaschine und Trockner **wir freuen uns schon auf die erste Stromrechnung!!!**. 
Ach ja, wir, das sind ICH **der Esel zuerst etc. blabla** der laute Doitsche, Claire und Gaetan aus Frankreich und Noemi aus Spanien. Wir verstehen uns sehr gut und es gibt bisher keinen Stress oder charakterliche Differenzen, die nicht überbrückbar wäre. We get along just fine, wie der Ire so sagt **besser nicht Engländer oder Brite sagen, warum, das wird euch der Papa in seinem nächsten Eintrag erzählen, der etwas historisch ausfallen wird;-)**. 

Hier ist meine neue "Familie", wir stehen vor unserer lilanen Haustür **Irland: bunte Türen, sehr cool und individuell, immerhin sehen viele Reihenhäuser in den oftmals immer gleich aussehenden (nord)irischen Kleinstädten wie kopiert und eingefügt aus**. Von links nach rechts: Morgane (F, wohnt außerhalb der Innenstadt und nicht bei uns; Noemi (ESP), Claire (F) und Gaetan (F), der bereits sein zweites Jahr hier ist und die coolste Rastafrisur hat, die ich kenne: Haare kurz und langen Rastazopf hinten. Meiner Meinung nach hat der gute Mann Ähnlichkeit mit Jeremy Irons, aber ich sehe ja immer Ähnlichkeiten bei Leuten, die kein anderer sieht :-/


Was ich bisher so gemacht habe: 

Die Gegend erkundet und zur Schau gestellten nationalistischen (irischen) und unionistischen (britischen) Patriotismus entdeckt. Hier ein Beispiel:

Allerdings: Die Identitäten mögen in Nordirland wie kaum anderswo in Europa gespalten sein, aber es gibt keine nennenswerte politische Gewalt mehr. Ein paar Steinewerfer in manchen Vierteln der "Großstadt" Belfast (Belfast in vielleicht etwas größer als Bielefeld!!!) und die ein oder andere gewaltsame Aktion unverbesserlicher unionistischer Fanatiker gegen Einzelpersonen oder die vergleichweise kleinen, wenn auch für zwei Soldaten tödlichen Anschläge einer Splitter-Splitter-Splittergruppe der nicht mehr existenten IRA vor einigen Monaten muss keinen Touristen hier abschrecken. Tut es auch nicht. Nordirland wird - wie Irland - immer mehr zu einem Touristenziel für Naturliebhaber, Wanderer, Kajak-Sportler, Mountainbiker etc. 

Belfast-Sightseeing: City Hall (sehr beeindruckend, wie der Reichstag in kleiner. Stein gewordenes Monument der britischen Herrschaft über (Nord)Irland). Was ich noch sehen muss - in Belfast und besonders in (London)Derry - sind die Murals, also die Wandgemälde, in den alten Konfliktzonen der Troubles, in denen Katholiken (besser Nationalisten) und Protestanten (Unionisten) ihre Konflikte künstlerisch austragen. Dazu mehr in meiner baldigen Geschichtsstunde ;-)) **Randnotiz: Es kann zum Politikum werden, wenn du hier in NI von LONDONderry sprichst, was nämlich der protestantische und offizielle Name ist, aber vor dem 17. Jh. hieß diese Stadt eben DERRY, weshalb es das berühmte Mural gibt "You are now entering free Derry". Derry war auch der Schauplatz des Bloody Sunday.** 


Dann war da noch am letzten Wochenende die Strandwanderung an der Ostküste in Bangor, eine halbe Stunde östlich von Belfast: 





Ach ja, hier mal eine grobe Orientierung, damit ihr wisst, wo ich wohne, und wo ich so hinfahre, wenn ich von "im Osten von Belfast" rede oder von (London)Derry. Die Entfernungen in Nordirland sind zwar im Vergleich zu Deutschland lächerlich, aber ebenso lächerlich ist leider die Infrastruktur: Zugverbingungen gibt es nur um Belfast und Derry rum, die anderen Städte sind auf Reisebusverkehr angewiesen. Nach Belfast fahre ich von Omagh aus fast zwei Stunden mit dem Bus. Autobahnen gibt es im "deutschen" Sinne nicht, eigentlich ist fast alles einspurig. 
***click map to enlarge***

Meine drei Schulen sind in Omagh, Strabane und Enniskillen. Die Reise nach Strabane (ausgesprochen wie *Strabán*) muss ich manchmal mit dem Bus antreten, was ca. 45 Minuten dauert. Nach Enniskillen werde ich zum Glück von einer Kollegin mitgenommen und wieder in Omagh raus geschmissen. 

Tja, was bleibt noch zu sagen, ich will ja keine "Textwüste" hinterlassen. Deshalb vorerst alles in Kürze:
- Land ist schön, wie das Auenland: grüne Hügel mit Gestrüpp, kaum Städte, Flüsse. 
- Leute sind sehr nett und haben wohl bessere Manieren als der Normaldeutsche (wobei Manieren ja etwas oberflächliches sind, aber gut): Man hört ständig "Sorry" und "Excuse me" bei jeder Kleinigkeit und begrüßt wird man auch meist mit einem Lächeln.
- Die Arbeit war die letzte (erste) Woche echt hart, einfach weil alles neu war und mein Biorhythmus sich anpassen musste. Seit dieser Woche macht die Arbeit in den Schulen aber richtig Spaß und ich weiß langsam, was ich machen kann und was nicht. Aufstehen ist auch kein Problem mehr, langsam werde ich organisierter, koche mir mein Futter für die Schule, weil ich hier nicht FETT werden will wie jeder dritte Einheimische....  
- Zur Schule in NI allgemein werde ich mal einen ganzen Eintrag schreiben müssen. Nur das hier vorweg: Die St. Michael's Grammar School in Enniskillen ist eine katholische Schule. Bei der allwöchentlichen Assembly wird das Vater unser gebetet und all der scheiß! Selbst die Lehrer nehmen das hinter vorgehaltener Hand manchmal nicht so ernst, aber es ist halt eine alte Priesterschule und Tradition und gemeinschaftsstiftende Maßnahmen sind in den Schulen hier total wichtig, so wie "good manners" und das Aufstellen in Reihen und die Korrektheit der Schuluniform und solche Sachen, die in Deutschland als faschistoid gelten würden. Ich habe mich jedenfalls nicht bekreuzigt, als gebetet wurde ;-) 
- Ach ja, der Dialekt vielleicht noch: *Ai gou doinstairs in a hois* wäre ein Beispiel für das typisch Nordirische. Aber ich habe bereits gelernt, dass jedes Kaff hier seinen eigenen Dialekt pflegt: In Castlederg (kaum ein paar km von hier!) sagt man wohl zu "door" so etwas wie *döhr*, so wie "floor" *flöhr* ausgesprochen wird. Weird, I say! Ich komme klar, aber ich bin noch nicht so flüssig im Sprechen, obwohl viele Einheimische mir schon Komplimente für mein gutes Englisch gemacht haben. Ist aber vielleicht auch einfach Höflichkeit =)

WHAT'S THE CRAIG , FOLKS BACK HOME ??!??? Schreibt mir mal, was ihr grad so macht und wies euch geht. 
Was mich angeht, ich werde am Wochenende den Giant's Causeway im Norden besuchen (vgl. KACHTE oben:-), so ein typisches Touristenziel. Aber das gute Wetter muss genutzt werden, bald kommt der schäbige, nasse Winter!!!

ALLES GUTE UND BIS BALD
EUER BENNY 

PS: Irgendwie kann ich in diesem Blog Leute einladen, sodass ihr auch etwas schreiben könnt. Ist bestimmt aufwendig, werde ich aber tun, wenn ich Internet zu Hause habe und endlich entspannt abends den Kontakt zur Heimat pflegen kann.